Mobiles Internet

Mobiles Internet – Geschichte und Entwicklung


Die Möglichkeit das Internet mit mobilen Endgeräten zu nutzen bezeichnet man auch als mobiles Internet. So ist es bereits seit den 90er Jahren möglich mit dem Handy über das GSM-Mobilfunk-Netz auf das Internet zuzugreifen und dieses mobil zu nutzen, wenn auch nur mit geringen Datenübertragungsraten. Mit der Weiterentwicklung der Mobilfunktechnik und der Einführung diverser Erweiterungen für GSM (GPRS und EDGE) stieg die Übertragungsgeschwindigkeit deutlich an. Danach folgte die Einführung von UMTS im Jahr 2002, was einen großen Schritt nach vorne für das mobile Internet bedeutete. Mit Hilfe der UMTS Datenübertragungsverfahren HSDPA und HSUPA schließlich ist es heute möglich mit einer maximalen Geschwindigkeit von 7,2 Mbit/s im Download und maximal 1,45 Mbit/s im Upload mobil im Internet zu surfen.

Als Nachfolger von UMTS steht bereits der Mobilfunkstandart LTE (Long Term Evolution) in den Startlöchern, der für das mobile Internet nochmals einen enormen Zuwachs der Übertragungsgeschwindigkeit bringen wird. Dazu in Konkurrenz steht das Funksystem WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access), das ebenfalls eine Möglichkeit darstellt das Internet mobil zu nutzen. Welcher der beiden Standards sich letztlich durchsetzen wird bleibt abzuwarten.

Datenübertragungsverfahren des mobilen Internet


GPRS (General Packet Radio Service)

GPRS ist ein paketorientierter Datenübertragungsdienst in GSM-Mobilfunk-Netzen, der die Nutzung des mobilen Internet mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 55,6 kbit/s ermöglicht.

Durch die Paketorientiertheit von GPRS wird der Funkraum erst besetzt, wenn tatsächlich Daten übertragen werden. Die restliche Zeit kann der Funkraum auch von anderen mobilen Endgeräten genutzt werden. Daher ist für die Abrechnung auch eher die übertragene Datenmenge interessant, als die Dauer der Verbindung.

GPRS findet vor allem in Mobilfunktelefonen Anwendung, beispielsweise zur Nutzung und Betrachtung von WAP-Seiten. MMS, der Multimedia Messaging Service basiert ebenfalls auf GPRS. Ein GPRS-fähiges Mobiltelefon kann auch mit einem Computer oder einem anderen Endgerät verbunden werden, um dann als Modem zu fungieren und dem anderen Gerät einen mobilen Internetzugang zu ermöglichen. Des weiteren gibt es auch Steckkarten für Notebooks, die ebenfalls GPRS-Modems sind und somit einen Zugang zum Internet darstellen.

Ein großer Vorteil ist die große Netzabdeckung und damit die Verfügbarkeit von GSM. Nachteil ist natürlich die geringe Übertragungsgeschwindigkeit.

EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution)

Mit EDGE wird GPRS zu E-GPRS (Enhanced GPRS) erweitert, was im Wesentlichen eine Steigerung der Datenübertragungsrate auf bis zu 236,8 kbit/s zur Folge hat. Dabei stellt EDGE eine Weiterentwicklung der GSM-Netztechnik dar. Die Steigerung der Datenübertragungsrate wird dabei durch einen Wechsel zu einem effizienteren Modulationsverfahren erreicht. Anstatt des üblichen Gaussian Minimum Shift Keying Verfahrens (GMSK) beim GSM-Standard kommt das 8-PSK Verfahren zum Einsatz.

Die Vorteile des Paketdienstes GPRS bleiben auch bei E-GPRS erhalten. Das heißt auch hier wird der Funkraum nur dann reserviert, wenn tatsächlich Daten gesendet oder empfangen werden. Das erlaubt es mehreren Nutzern den gleichen Datenkanal zu teilen. Die Verbindungsdauer ist somit für eine Abrechnung nicht weiter interessant.

Auch in Zeiten von UMTS wird EDGE weiterhin von vielen modernen Mobiltelefonen als alternative Lösung für schnelle Datenübertragung unterstützt.

UMTS (Universal Mobile Communication System) sowie HSDPA und HSUPA

Ein weiteres Datenübertragungsverfahren, um das mobile Internet zu realisieren, stellt UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) dar. UMTS ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) und ermöglicht wesentlich höhere Datenübertragungsraten als GSM. Durch seine Erweiterungen HSDPA und HSUPA sind beim Download Datenübertragungsraten von bis zu 7,2 Mbit/s und beim Upload von bis zu 1,45 Mbit/s möglich.

Wegen der relativ hohen Geschwindigkeit eignet sich UMTS für verschiedenste Anwendungen von der Audio- und Videotelefonie bis hin zum mobilen Internet mit all seinen Facetten.

Durch die entsprechenden Endgeräte ist es möglich von überall aus online zu gehen und im Internet zu surfen, sei es mit dem Handy, dem Notebook oder dem heimischen PC. Damit stellt UMTS auch eine Alternative zu DSL dar, gerade in Gebieten, die noch nicht oder nur schwer mit DSL zu erschließen sind. Viele Mobilfunkanbieter bieten entsprechende Datentarife und Flatrates an, die mittlerweile auch durchaus preisgünstig zu haben sind. UMTS Tarife gibt es in Form von Flatrates, Tagesflatrates sowie Volumentarifen. Dabei kann man natürlich auch auf eine UMTS Flatrate für einen Surfstick setzen.

LTE (Long Term Evolution)

LTE ist ein Mobilfunkstandard, der die UMTS Nachfolge antreten soll. Mit UMTS sind bereits relativ hohe Datenübertragungsraten möglich. Es wird allerdings erwartet, dass der Bedarf an mobilen Internetdiensten in den nächsten Jahren weiter stark steigen wird, was auch eine höhere Datenübertragungsrate erforderlich macht, als sie derzeit UMTS bieten kann. Mobiles Internet ist also weiter auf dem Vormarsch. Mit einer erwarteten Datenrate von 300 Mbit/s im Downlink und 75 Mbit/s im Uplink soll LTE den künftigen Anforderungen gerecht werden.

WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access)

WiMAX ist ein Funksystem, dass auf den 802-Standards basiert und als Konkurrenz zu LTE (Long Term Evolution) gesehen wird. Die Sende- und Empfangsreichweite liegt laut wikipedia.de zwischen 2 und 3 Kilometern. Dafür sollen Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s möglich sein, was jedoch weit geringer ist als beim Konkurrent LTE.

WiMAX wird vorallem auch als DSL Alternative gehandelt, für schwer zugängliche Regionen, die bisher keinen Zugang zu DSL haben. Ob sich WiMAX allerdings am Mark durchsetzen kann, hängt wohl vor allem davon ab, ob es Tafife und Endgeräte geben wird, die der normale Endnutzer auch bezahlen kann.